Ich und die KI
Es ist 2026, und ich habe die KI endlich für mich entdeckt. Nicht, weil sie plötzlich da war. Sondern weil ich endlich verstanden habe, wofür ich sie brauchen kann.
Angefangen hat es, wie so oft, mit einem Podcast.
Die Saat
Anfang 2021 stellte Happy Shooting DALL-E vor. OpenAI, Bilder aus Text, der Podcast war begeistert. Ich auch, jedenfalls genug, um mich anzumelden und ein paar Grafiken zu erzeugen. War nicht schlecht. War auch noch nicht so. Aber die Idee saß: KI kann man kreativ einsetzen.
Später kamen andere Bildmodelle. Immer Grafik, immer Ausprobieren. Dann eine ganz andere Baustelle.
Für meine Zeitrafferfilme wollte ich eine analoge Uhr mitlaufen lassen, rechts oben im Bild, damit man sieht, wie die Zeit vergeht. Die Idee: alte Zeigeruhren fotografieren, Zifferblatt und Zeiger freistellen, und für jedes Einzelbild der Sequenz eine Uhr montieren, passend zur Aufnahmezeit.
Ich habe das erst selbst programmiert. Visual Studio, C++, YouTube. Es hat sogar funktioniert. Elegant war es nicht.
Cursor kam über die Freakshow. Wieder ein Podcast. Ich habe die Anweisung hineingeschrieben, und diesmal kam eine App zurück, die die Uhren wirklich darstellen konnte. Danach war lange Ruhe.
Der Moment mit Heft 6
Erst als ich die Nummer 6 des Muellereien-Magazins noch einmal angefasst habe, wurde es ernst. Die Texte waren meine. Ich habe sie ChatGPT gegeben, mit der Bitte, sie umzuschreiben, einen roten Faden zu finden, trockenen Humor im Stil von Douglas Adams oder Terry Pratchett.
Innerhalb kürzester Zeit hatte ich Sätze, bei denen ich selbst lachen musste. Da war ich dann wirklich begeistert. Nicht weil die KI „besser schreiben“ kann als ich. Sondern weil sie aus meinen eigenen Texten etwas gemacht hat, das ich so nicht hingekriegt hätte.
Seitdem ist ChatGPT der Ort, an dem ich nachfrage: Layout, Affinity, Hosting, die nächste Idee. Cursor ist der Ort, an dem die Dateien liegen.
Den Unterschied merkt man sofort. ChatGPT zum Programmieren heißt: hin- und herkopieren, zwanzig Dateien, hundert Stellen, und irgendwann hat man den Faden verloren. Cursor liest das Projekt, ändert es in einem Rutsch und schaut, ob es läuft.
Diese Seite
Die alte muellereien.de war mir zu teuer. Ich habe gekündigt, die Seite war eine Weile weg. Eigentlich wollte ich nur wieder Artikel veröffentlichen, als Grundlage für spätere Hefttexte.
Also erst ChatGPT, dann Cursor, mit einer klaren Ansage: eine statische Website, gespeist aus Lightroom. Titel, Bildunterschriften, Stichwörter, Metadaten – das, was ich sowieso an die Fotos schreibe. Daraus Artikel. Daraus eine Seite.
Cursor hat Astro hingestellt. Lange nur lokal. Inzwischen ist ein günstiger Hoster gefunden, und muellereien.de ist wieder online. Was du hier liest, ist genau dieser Kreis: Bilder aus dem Archiv, Texte aus dem Kopf, Werkzeug dazwischen.
Am deutlichsten wurde das beim Germanischen Nationalmuseum. Ich hatte ein Kunstwerk mit Roy Lichtenstein betitelt. Cursor hat das Bild angesehen und gesagt: vom Stil her passt das nicht. Nachgefragt, im Onlinearchiv des Museums nachgesehen – und den richtigen Titel gefunden. Den habe ich gleich in die Metadaten schreiben lassen. Schnell, und es stimmt.
Ideen diktiere ich inzwischen ins Telefon oder auf ein altes Olympus-Gerät. Dann gehe ich damit zu Cursor und schaue, was sich umsetzen lässt. Das Banner oben ist selbst so entstanden: ein Bild über die Arbeit, gemacht mit denselben Werkzeugen, über die der Text spricht.
Neue Ideen. Neue Werkzeuge. Mehr Möglichkeiten. Steht auf dem Bild. Stimmt einstweilen.
