Seifenhaut
Seifenblasen haben eigentlich einen ziemlich schlechten Ruf als Fotomotiv. Sie sind klein, durchsichtig, bewegen sich ständig und platzen genau dann, wenn man endlich den richtigen Bildausschnitt gefunden hat.
Die schwebende Kugel war für mich aber nicht das Motiv. Sondern die Seifenhaut: derselbe Film, nur in einem Rahmen, wo Kamera und Licht wenigstens eine Chance haben.
Also: Pustefix, Wasser, ein Stück Draht und die Kamera auf dem Stativ. Dazu zwei Blitze und ziemlich viel Geduld.
Die LaugePustefix in den Behälter. Der Draht ist schon gebogen.
Die HautIm Rahmen spannt sich der Film. Die Farben kommen von allein.
Die KameraStativ und zwei Blitze. Von der Seite sieht man, wie wenig da eigentlich steht.
Was auf den ersten Blick nach buntem Plastik aussieht, ist tatsächlich nur ein hauchdünner Film aus Wasser und Seife. Die Farben entstehen durch das Licht, das sich in diesem Film spiegelt und dabei gegenseitig verstärkt oder auslöscht. Schon kleinste Veränderungen der Dicke verändern das Muster.
Und genau das macht die Sache so interessant.
Die Haut verändert sich ständig. Sie wird dünner, die Farben wandern, neue Muster entstehen – und irgendwann ist das ganze Kunstwerk einfach weg.
Hier sieht man sehr schön, wie schnell sich das Farbspiel ändert und wie es zum Ende hin kräftiger wird, bis schwarze Punkte erscheinen und das alles plötzlich mit einem unhörbaren Plopp verschwindet.
Plopp.
Für die Aufnahmen habe ich die Seifenhaut nicht einfach frei in die Luft gepustet, sondern einen Draht zu einem Rahmen gebogen und darin die Haut aufgespannt. Dadurch konnte ich die Kamera und das Licht einigermaßen kontrollieren.
Das war trotzdem weniger planbar, als es klingt.
Manchmal war das Licht perfekt und die Haut sofort weg. Manchmal hielt sie erstaunlich lange, sah aber langweilig aus. Und manchmal entstand plötzlich ein Muster, das ich so nicht erwartet hatte.
Genau diese Zufälle machen für mich den Reiz solcher Aufnahmen aus.
Denn eigentlich fotografiert man hier keine Farbe. Man fotografiert Licht auf einer Oberfläche, die kaum dicker ist als ein paar Tausendstel Millimeter.
Und wenn alles passt, sieht das Ergebnis plötzlich aus wie eine abstrakte Landschaft.
Und hier ein paar Beispiele, was das Licht so zaubert:








