Die Rast der Kraniche
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Die Rast der Kraniche

Jedes Jahr im Herbst machen tausende Kraniche auf dem Weg in den Süden Rast an der Ostsee. 2017 wollte ich das selbst sehen und fuhr von Regensburg nach Zingst. Google Maps sagte 746 Kilometer. Nach einem Abstecher über Berlin wurden daraus 1706.

Workshop und Unterkunft waren gebucht. Seeheilbad, Dynamo-Sticker am Ortsschild, Wind am Strand. Die Möwen hatten den Platz schon.

Schiff, Kirr, Pramort

Die Inseln im Barther Bodden sind der eigentliche Rastplatz. Kirr darf man nicht betreten, Oie nur der Vogelwart. Der Rest kauft ein Ticket und fährt mit dem Schaufelraddampfer raus, wenn die Kraniche abends zu den Schlafplätzen einfliegen. Am Tag stehen Nonnengänse auf den Wiesen, ein Silberreiher macht Theater, und irgendwann liegen die ersten Kraniche im Schilf.

Nach Pramort geht es mit der Pferdekutsche. Ohne Begleitung geht nichts, der Nationalpark meint das ernst. Am Rand der Sundischen Wiesen stehen die Hütten. Davor Kraniche, Wildschweine, einmal ein Hirsch. Die Schafe auf dem Deich gelten offiziell als Pflegepersonal.

Mittagstisch am Günzer See

Das Kranorama ist eine Beobachtungsstation, an der die Vögel angefüttert werden, damit man sie fotografieren kann, ohne ins Schutzgebiet zu laufen. Maisstoppeln, graue Vögel, ein offener Schnabel. Die abgeernteten Felder sind der Grund, warum sie hierbleiben: Kalorien für den Weiterflug.

Das waren die ersten Tage an der Ostsee. Danach ging es über Berlin wieder nach Süden. Die Kraniche auch, nur ohne Hotel in der zweiundzwanzigsten Etage.