Making Of "Sturm im Wasserglas"
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Making Of "Sturm im Wasserglas"

Fußball-EM in Frankreich, Deutschland spielt mit, und im Wohnzimmer stehen drei Gläser mit schwarzem, rotem und goldenem Wasser. Nationalfarben, nur nasser. Ich hatte das Motiv schon einmal versucht. Diesmal sollte es ausführlicher werden: Zutaten, Aufbau, Sauerei, Nachbearbeitung.

Die Kamera war eine Canon EOS 550D auf Stativ, das Objektiv ein EF 50mm f/1.4, manuell, 1/125s, f/8, ISO 100. Ohne Blitz ist das Bild schwarz. Genau so soll es sein. Zwei Yongnuos auf 1/64 leuchten den Hintergrund aus und frieren den Spritzer ein. Manueller Fokus, Fernauslöser, keine Hand an der Kamera. Wer in dem Moment noch scharfstellt, fotografiert die Pfütze danach.

Anheben, fallen lassen, putzen

Die Gläser kleben mit Haftpaste auf einer Glasscherbe. Die Scherbe liegt auf zwei Schaumstoffblöcken. Eine Hand am Auslöser, die andere hebt die Platte und lässt sie fallen. Die Blöcke federn, das Glas hält, das Wasser nicht. Trefferquote: Übung. Spaßquote: höher.

Dazwischen putzen. Wer das Set nicht reinigt, retuschiert später Glasstiele, die aussehen, als hätte jemand Ketchup über die Verfassung gekippt. Eine Aufnahme vor dem Spritzen, eine danach, in Photoshop ausrichten, mit Maske den sauberen Stiel einsetzen. In Lightroom den Weißregler bei gedrückter Alt-Taste nach rechts, bis der Hintergrund aufgibt.

Malerfolie über den Tisch, Küchenpapier in Reichweite, nicht zu viel Wasser ins Glas. Ein Drittel reicht, sieht besser aus und spart den Abend am Boden. Der schiefe Wasserspiegel und das andere Glas waren Zugaben, als die Nationalfarben schon im Kasten waren. Goldene Splashes zum Schluss, weil Gold immer nach Sieg aussieht, auch wenn nur Leitungswasser gesiegt hat.