Tropfen auf Tropfen
Archiv·Making Of

Tropfen auf Tropfen

TAT, Tropfen auf Tropfen, war im nassen Herbst 2014 die Ausrede, im Studio zu bleiben und trotzdem mit Wasser zu spielen. Ein Tropfen fällt in einen Tropfen, und für einen Moment sieht das aus wie eine Lampe, ein Karussell, ein Kelch – oder wie Geschirr, das beschlossen hat, Kunst zu werden.

Die Technik klingt nach Labor: Mariottesche Flasche, Magnetventil, StopShot Studio, ein altes Netbook, das plötzlich wieder gebraucht wird. Die Blitze machen die eigentliche Arbeit. Die Belichtungszeit der Kamera ist fast egal. Ohne Blitz ist das Bild schwarz, mit Blitz steht eine Skulptur im Raum, die niemand anfassen darf, weil sie in der nächsten Zwanzigstelsekunde schon Pfütze ist.

Timing und Licht

Reproduzierbar heißt hier: ungefähr dieselbe Höhe, ungefähr derselbe Abstand, ungefähr dieselbe Farbe im Wasser. Den Rest entscheidet die Oberfläche. Ein Schirm kippt, ein Splash reißt, eine Spiegelung braucht eine Wanne, die ich damals noch gesucht habe.

Man sitzt da, löst aus, schaut aufs Display, sagt leise „nochmal“, und das Netbook tut so, als wäre das ein seriöser Arbeitsplatz. Ist es auch. Nur nasser.