Technik

Meine Handygeschichte

Vom billigsten iPhone zum Pixel 10 Pro XL: ein Umzug mit Kabel, SIM-Karten und zu vielen Authenticator-Apps.

Meine Handygeschichte
Regensburg

Alle waren begeistert vom neuen MacBook M1. Also habe ich das gekauft.

Dann schwächelte der Akku meines alten Samsung, und ich hatte ein neues Auto. Wenn ich ein neues Handy kaufe, sollte es zum MacBook und zum CarPlay im Auto passen – und nicht astronomisch teuer sein. Deshalb entschied ich mich für das billigste iPhone, das iPhone SE.

Es erfüllte seinen Zweck. Zufrieden war ich nie. Die Apple-Karten sind einfach nicht zu gebrauchen. Von Siri ganz zu schweigen. Alles kam mir umständlicher und unlogischer vor als bei Samsungs Android.

Eines Tages stand ich bei Lidl an der Kasse vor dem Regal mit Prepaid-Guthabenkarten und Infobroschüren. Ich nahm vorsichtshalber beides mit, in der Absicht, das alte Samsung vielleicht im Auto als Podcast-Spieler zu nutzen. Kurz darauf erhielt ich eine SIM-Karte und die Anleitung für deren Aktivierung. Ich kam bis zum Post- und Videoidentverfahren, das ich so lange aufschob, bis ich es vergessen hatte. Dazu aber später mehr.

Im Hinterkopf schlummerte der Gedanke an einen Tausch also schon lange. Zwischendurch habe ich bei Amazon die aktuellen Modelle angeschaut, doch die Preise waren durchweg exorbitant. Ich schob den Gedanken wieder zurück.

SamsungSamsung

Das ältere Android, Akku schon schwach. Fast Podcast-Spieler im Auto geworden.

iPhone SEiPhone SE

Das billigste iPhone. Es tat seinen Dienst. Die Karten nicht.

Google Pixel 10 Pro XLGoogle Pixel 10 Pro XL

Das Neue. Android, USB-C, Gemini an Bord.

Kaufentscheidung

Bis letzte Woche. Da begann ich, mich bei ChatGPT nach den Risiken und Fallstricken zu erkundigen, die mit einem Handytausch heute einhergehen. Die KI schlug mir gleich eine passende Strategie für den Umzug der Passkeys, der WhatsApp-Chats und diverser Zugänge mit zweitem Faktor vor.

Gestern, am 11. September 2026, war ich früh mit der Arbeit fertig, blieb an der Raststätte Pentling stehen und zückte das iPhone. Erst recherchierte ich selbst bei MediaMarkt. Apple und Google Pixel kamen auf die Vergleichsliste, und ich hatte die ersten Kandidaten. Es wurde Zeit nachzulegen. Also startete ich ChatGPT. Es war ganz begeistert und gab mir anhand meiner Vorlieben, die es aus früheren Chats schon kannte, konkrete Empfehlungen. Alles lag sauber und übersichtlich vor mir. Bei der Abwägung von Preis, Leistung und persönlichem Nutzen – und weil es in Regensburg sofort verfügbar war – entschied ich mich für das Google Pixel 10 Pro XL*. Bestellt, per PayPal bezahlt, direkt beim MediaMarkt in Regensburg mitgenommen.

Ich hatte jetzt also:

  1. ein iPhone mit eSIM und meiner Telefonnummer
  2. ein Google Pixel ohne SIM
  3. und eine Lidl-SIM-Karte ohne Freischaltung

Ersteinrichtung

Zu Hause angekommen machte ich mich natürlich sofort an die Ersteinrichtung. Natürlich unter genauer Anleitung von ChatGPT. Es verlief auch alles recht flüssig, bis zur Übertragung der WhatsApp-Chats. Dafür braucht man unbedingt ein Verbindungskabel. Also von Lightning auf USB-C. Sowas hat natürlich kein Mensch. Das braucht man, wenn überhaupt, nur einmal und hat dann noch ein Kabel mehr für den Salat. Trotzdem machte ich mich nochmal auf den Weg zum MediaMarkt und holte mir diesen Einwegartikel.

Jetzt hatte ich also auch meine WhatsApp-Chats im Pixel.

Zwischendurch gab ich mir einen Ruck und erledigte noch dieses würdelose Video-Identverfahren zur Aktivierung der Lidl-Karte, was einige Minuten später auch erfolgte. Ich konnte jetzt also die eSIM vom iPhone auf das Pixel übertragen und die Lidl-Karte im iPhone nutzen. Dabei war wirklich die größte Hürde, die Nano-SIM aus der Halterung zu brechen. Ich bin nämlich wider Erwarten kein SIM-Karten-Profi und hatte nur die Mikro-SIM herausgelöst. Die war für den Aufnahmeschlitten zu groß. Wieder Hilfe von der KI: Man konnte die ohnehin schon winzige Karte noch weiter herauslösen. Wer denkt sich so was aus?

Die Passwörter waren dank 1Password** gut zu meistern. Auch die Passkeys gingen noch, waren aber schon etwas schwieriger. Wo liegen welche Passkeys? Wofür habe ich die überhaupt benutzt? Ich hatte – und habe immer noch – keine Ahnung. Aber so nach und nach findet man doch noch den einen oder anderen irgendwo rumliegen.

So richtig abgefuckt wird es dann aber beim zweiten Faktor. Das trieb und treibt mich in den Wahnsinn. Diese ganzen Authenticator-Apps sind doch aus der Hölle. Hier geht Sicherheit wirklich vor Benutzerfreundlichkeit. Es gelingt mir zwar nach und nach, vom iPhone auf das Pixel zu wechseln, aber Spaß macht das keinen. Und man braucht unbedingt sein altes Handy dafür. Also niemals voreilig zurücksetzen. Nicht löschen. Nicht verschenken. Nicht in die Schublade legen und den Schlüssel wegwerfen.. Sonst wird es noch unschöner.

Die Entdeckung des Pixel

Jetzt, da alles so weit funktioniert, kann ich mich daran machen, die neue Handyumgebung kennenzulernen und nach meinen Vorlieben einzurichten.

Da erfolgte auch schon die erste Enttäuschung. Gemini kann keine Mails versenden. Schade, denn das war eine meiner Anforderungen gewesen – und ChatGPT hatte mir das auch versprochen.

Gemini ist Googles Assistent auf dem Pixel, vergleichbar mit ChatGPT, nur fest im Handy. Er kann Mails zusammenfassen, Kontakte und Kalender abgleichen und vieles mehr, aber Mails verschicken, stellt sich heraus, kann er nicht.