Ich habe keinen besonders ausgeprägten Humor. Zumindest behaupten das Menschen, die mich nicht kennen.
Meine humoristischen Vorbilder kommen jedenfalls aus einer Zeit, in der man einen Witz noch nicht unbedingt als solchen ankündigen musste. Man schaute genau hin, ließ die Dinge ihren Lauf nehmen – und irgendwann merkte man: Das ist ja eigentlich ziemlich bescheuert.
Die Klassiker
Gerhard Polt ist für mich dabei ganz weit oben. Er muss eigentlich gar nichts erfinden. Es reicht, den Menschen zuzuhören. Ein Gespräch beim Stammtisch, eine Diskussion über irgendeine Nebensächlichkeit – und plötzlich wird aus dem ganz normalen Leben eine kleine Tragödie. Polt macht den Witz nicht. Er lässt seine Figuren so lange reden, bis sie ihn selbst liefern.
Josef Hader kann dagegen dafür sorgen, dass einem das Lachen ein wenig im Hals stecken bleibt. Seine Figuren sind oft eitel, verzweifelt, kleinlich oder einfach hoffnungslos überfordert. Und genau deshalb sind sie so menschlich. Bei Hader darf Humor ruhig einmal wehtun.
Loriot brauchte dafür weder Stammtisch noch große Katastrophe. Ein Frühstücksei genügte. Oder ein Ehepaar, das sich höflich unterhält, während die Situation langsam eskaliert. Seine Figuren versuchen verzweifelt, sich vernünftig zu benehmen – und scheitern gerade daran. Diese Präzision finde ich bis heute großartig.
Und dann natürlich Monty Python.
Also das genaue Gegenteil.
Hier darf die Wirklichkeit jederzeit komplett aus dem Ruder laufen. Eine absurde Idee wird nicht verworfen, sondern konsequent bis zum bitteren Ende verfolgt. Und wenn es kein Ende gibt, wird eben noch ein toter Papagei eingebaut.
Was ich an allen vieren mag: Sie wollen nicht einfach nur einen Gag erzählen. Sie beobachten. Menschen, Sprache, Situationen und die kleinen Widersprüche des Alltags.
Meine Podcast-Queen
Und dann gibt es noch jemanden, die ich schon seit vielen Jahren gerne höre: Laura Larsson.
Ihre Geschichten aus ihrer Jugend in Parchim gehören für mich zu den schönsten Beispielen dafür, wie komisch ganz normale Erlebnisse sein können. Keine spektakulären Abenteuer, keine ausgedachten Pointen – sondern Situationen, die wahrscheinlich genau so passiert sind und gerade deshalb manchmal völlig absurd wirken.
Da wird aus einer Erinnerung an die Jugend plötzlich eine kleine Welt voller merkwürdiger Menschen, seltsamer Entscheidungen und Situationen, bei denen man sich fragt: /Warum ist das eigentlich so lustig?/
Vielleicht, weil es wahr sein könnte.
Und damit sind wir wieder bei dem, was ich an Humor am meisten mag:
Man muss nicht besonders weit weggehen, um etwas Komisches zu finden.
Man muss nur genau hinschauen.
Und manchmal liegt man dabei eben ein kleines bisschen daneben.
